Fifine AM8 im Test: Wer streamen, podcasten oder einfach nur in Discord besser klingen will, kommt an einem Mikrofon-Upgrade meist nicht vorbei. Das Fifine AM8 verspricht genau das für unter 60 Euro: dynamische Kapsel, USB und XLR in einem Gehäuse, Tap-to-Mute und RGB-Beleuchtung. Ob das dynamische USB/XLR-Mikrofon mit dieser Ausstattung tatsächlich mit deutlich teureren Modellen mithalten kann, zeigt der Test.
- Dynamische Kapsel mit Nierencharakteristik für spürbar bessere Geräuschunterdrückung
- USB-C und XLR in einem Gerät, dadurch später erweiterbar auf ein Mixer-Setup
- Tap-to-Mute mit LED-Anzeige und Live-Monitoring ganz ohne Verzögerung
- Kunststoffgehäuse mit kleinen Schwächen bei Verarbeitung, dafür sehr leicht
Ausstattung und technische Daten
- Produkt: AM8 (offizielle Website)
- Kapsel: Dynamisch, Nierencharakteristik
- Frequenzgang: 50–16.000 Hz
- Empfindlichkeit:-50 dB
- Signal-Rausch-Abstand: > 80 dB
- Abtastrate/Auflösung: 16-Bit, 44,1/48 kHz
- Anschlüsse: USB-C, XLR, 3,5-mm-Kopfhörerausgang
- Kabel: 2,2 m USB-C auf USB-A
- Unterstützte Plattformen: Windows, macOS, PS4, PS5
- Maße (mit Ständer): 85 x 126 x 245 mm
- Gewicht (mit Ständer): 599 g
- Farben: Schwarz, Weiß, Pastellrosa
- Lieferumfang: Mikrofon, Tischständer, Pop-Filter, USB-Kabel
- Preis: etwa 53,99 Euro
Das Fifine AM8 ist ein dynamisches Mikrofon mit Nierencharakteristik, das hinsichtlich der Konnektivität beide Welten abdeckt: USB-C für den sofortigen Plug-and-Play-Einsatz und XLR für alle, die später auf ein Audio-Interface oder einen Mixer umsteigen wollen.
Der Frequenzgang liegt laut Hersteller bei 50 bis 16.000 Hz, das Signal-Rausch-Verhältnis bei über 80 dB. Intern kommt ein USB-Audio-Controller von Solid State System zum Einsatz. Das Mikrofon wird als USB-Audiogerät erkannt und läuft nativ mit 44,1 oder 48 kHz bei 16 Bit.
Im Lieferumfang stecken ein Tischständer, ein Pop-Filter aus Schaumstoff sowie ein rund zwei Meter langes USB-Kabel. Ein XLR-Kabel liegt nicht bei und muss separat gekauft werden. Das Gewicht des kompletten Setups liegt bei knapp 600 Gramm, wovon der Ständer allein schon einen guten Teil ausmacht und für ordentlichen Stand auf dem Tisch sorgt. Wer lieber einen Boom-Arm nutzt, kann dank Standardgewinde in 3/8 und 5/8 Zoll direkt loslegen, ganz ohne Adapter.
Klangqualität: Wo das Fifine AM8 überzeugt
Beim Klang zeigt sich der größte Vorteil einer dynamischen Kapsel gegenüber günstigen Kondensatormikrofonen: die Geräuschunterdrückung. In einem direkten Vergleichstest mit einem Lavalier-Mikrofon fiel auf, dass das AM8 in lauter Umgebung deutlich weniger Hintergrundgeräusche einfängt, während die Stimme klar im Vordergrund bleibt. Verantwortlich dafür ist die Kombination aus Nierencharakteristik und der geringeren Empfindlichkeit dynamischer Kapseln gegenüber Schall von der Seite oder von hinten.
Fifine AM8 Testaufnahme (USB):
Fifine AM8 Testaufnahme (XLR):
Klanglich bekommst du einen warmen, basslastigen Charakter mit angenehm zurückhaltenden Höhen, was Zischlaute reduziert und die Stimme druckvoll wirken lässt. Wer sehr nah am Mikrofon spricht, bekommt einen satten, präsenten Klang, muss dafür aber auch die empfohlene Distanz von 5 bis 15 Zentimetern einhalten, da die Empfindlichkeit im Vergleich zu Kondensatormikrofonen geringer ausfällt.
Die Verstärkung lässt sich über den Gain-Regler direkt am Mikrofon anpassen, ein Ausgangswert von rund 70 Prozent gilt als guter Startpunkt. Im direkten Vergleich mit meinem RODE PodMic oder Shure MV7+ muss sich das Fifine AM8 definitiv nicht verstecken. Der Sound ist voll, lebendig und detailreich.
Wichtig für Streamer: Live-Monitoring über den Kopfhörerausgang funktioniert komplett ohne spürbare Verzögerung, sodass sich die eigene Stimme in Echtzeit kontrollieren lässt. Software-seitiges Monitoring sollte dabei deaktiviert bleiben, um Echo-Effekte zu vermeiden.
Bedienung, Verarbeitung und RGB
Im Alltag punktet das Fifine AM8 vor allem mit einfacher Bedienung. Der Tap-to-Mute-Button auf der Rückseite reagiert zuverlässig und zeigt per LED sofort an, ob das Mikrofon aktiv (grün) oder stumm (rot) geschaltet ist. Mehrere Tests bestätigen, dass im Mute-Zustand wirklich kein Ton durchkommt, kein leises Rauschen, keine Reste.
Die RGB-Beleuchtung lässt sich über einen zweiten Touch-Button steuern, insgesamt stehen drei Modi und acht Farben zur Auswahl. Eine eigene Software zur Anpassung von Funktionen oder Synchronisation mit anderen Peripheriegeräten gibt es nicht, was in Anbetracht des Preises aber verschmerzbar ist.
Bei der Verarbeitung zeigen sich kleinere Kompromisse. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, was das Mikrofon zwar angenehm leicht macht, sich aber weniger hochwertig anfühlt als Metallgehäuse in höheren Preisklassen. Die Gain- und Lautstärkeregler wirken bei manchen Exemplaren etwas locker, blieben in Langzeittests aber funktional zuverlässig.
Auch die Halterung, mit der sich der Neigungswinkel einstellen lässt, hält die Position eher durch Reibung als durch eine feste Verriegelung, was für die meisten Anwendungen ausreicht, bei stärkerer Beanspruchung aber nachjustiert werden muss.
Fifine AM8 im Vergleich zu anderen Budget-Mikrofonen
Im Vergleich zu anderen Modellen aus der Fifine-Reihe wie dem K688 oder Tank3 hebt sich das Fifine AM8 durch seinen bassbetonten, traditionell dynamischen Klangcharakter ab, während das K688 höhenbetonter klingt und das Tank3 neutraler abgestimmt ist. Wer in einer sehr lauten Umgebung aufnimmt, profitiert am meisten von der Geräuschunterdrückung des AM8.
Gegenüber Mikrofonen, die direkt in Gaming-Headsets verbaut sind, wie dem Turtle Beach Stealth Pro II (Test) oder NUBWO G06 Pro (Test) liefert das Fifine AM8 aber einen deutlich besseren Sound. Weg von dünnem, verzerrtem Klang, hin zu einer volleren und klareren Stimme, die auch in Discord und In-Game-Voice-Chat gut ankommt.
Fifine AM8 Test: Fazit
Das Fifine AM8 ist ein rundum solides Einsteiger-Mikrofon, das seinen Preis von aktuell rund 60 Euro klar rechtfertigt. Die Kombination aus USB- und XLR-Anschluss macht es zu einer langfristig sinnvollen Investition, da ein späterer Umstieg auf ein Mixer-Setup ohne Neukauf möglich ist. Klanglich liefert das Mikrofon dank dynamischer Kapsel und Nierencharakteristik spürbar bessere Ergebnisse als integrierte Headset- oder Laptop-Mikrofone, besonders in lauten Umgebungen wie einem Gaming-Zimmer.
Wer höchste Ansprüche an Verarbeitungsqualität stellt, wird die Kunststoffbauweise und die teils lockeren Regler bemängeln. Für alle anderen, die auf der Suche nach einem unkomplizierten Einstieg ins bessere Streaming- oder Podcast-Setup sind, bleibt das AM8 aktuell eine der stärksten Empfehlungen in seiner Preisklasse.
The Review
Fifine AM8
Das Fifine AM8 ist ein gelungenes Budget-Mikrofon, das mit vielseitiger Konnektivität, RGB-Beleuchtung, gutem Klang und attraktivem Preis punktet.































