Die EPOMAKER HE68 Lite zeigt im Test eindrucksvoll, dass Hall-Effekt-Technik längst nicht mehr nur High-End-Tastaturen vorbehalten ist. Für rund 70 Euro bekommst du magnetische Switches, eine einstellbare Auslösung bis auf 0,01 mm, 8.000 Hz Abtastrate und SOCD-Support in einem kompakten 65-Prozent-Layout. Kein Wireless, kein Akku, dafür jede Menge Gaming-Technik zu einem Preis, der bei den meisten Konkurrenten gerade erst das Einstiegssegment markiert.
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Technische Daten der EPOMAKER HE68 Lite
| Merkmal | EPOMAKER HE68 Lite |
|---|---|
| Layout | 65 Prozent |
| Tastenanzahl | 68 Tasten |
| Schalter | Epomaker Clear Mag (magnetischer Hall-Effekt-Switch) |
| Verbindung | USB-C kabelgebunden, Kabel abnehmbar |
| Abtastrate | 8.000 Hz |
| Scan-Rate | 128 kHz |
| Latenz | 0,125 ms |
| Auslösepunkt | 0,1 mm bis 3,4 mm, in 0,01-mm-Schritten einstellbar |
| Totzone | Bis auf 0 mm reduzierbar |
| Beleuchtung | A-RGB, pro Taste, südlich ausgerichtet |
| Gehäusematerial | ABS-Kunststoff |
| Plattenmaterial | PC-Kunststoff |
| Tastenkappen | PBT, Double-Shot, Cherry-Profil |
| Stabilisatoren | Plate-Mount, werkseitig geschmiert |
| Montagestruktur | Tray-Mount |
| Gewicht | ca. 650 g |
| Abmessungen | 322 x 120 x 40 mm |
| Kompatibilität | Windows, Mac, Android |
| Layout-Varianten | ANSI-US, ISO-DE |
| Preis | 69,95 Euro (ISO-DE) |
Praxistest und Tippgefühl der EPOMAKER HE68 Lite
Was die EPOMAKER HE68 Lite von den meisten günstigen Tastaturen unterscheidet, ist der verbaute Epomaker Clear Mag Switch. Das ist ein magnetischer Hall-Effekt-Switch mit werkseitiger Schmierung, der in der Software von 0,1 mm bis 3,4 mm in 0,01-mm-Schritten eingestellt werden kann. Damit lässt sich der Auslösepunkt exakt auf deinen Spielstil abstimmen, egal ob du superleicht antippen oder erst kurz vorm Bottom-Out auslösen willst.
Im Alltag fällt vor allem auf, wie weich und konsistent sich die Tastatur anfühlt. Auch klanglich gefällt mir das Board ausgesprochen gut: Überraschend tief und thocky für eine Hall-Effekt-Tastatur, was bei magnetischen Switches keineswegs selbstverständlich ist. Verantwortlich dafür ist das fünflagige Dämmsystem aus Schaumstoff- und Pad-Schichten unter der Platine, das Vibrationen schluckt und ein klareres Feedback erzeugt als bei vielen unbehandelten Budget-Boards.
Klangtest der EPOMAKER HE68 Lite:
Für schnelle Spiele ist vor allem die Kombination aus 0,01-mm-Feineinstellung, einer Totzone von bis zu 0 mm und den 8.000 Hz Abtastrate interessant. In der Praxis bedeutet das eine sehr direkte, nahezu verzögerungsfreie Eingabe, wie sie sonst eher bei deutlich teureren Tastaturen zu finden ist. Für Schreibarbeit eignet sich die Tastatur ebenso gut, weil sich die Auslösung so einstellen lässt, dass Fehltaster seltener passieren und der Anschlag insgesamt leiser bleibt.
Kleinere Kritikpunkte gibt es trotzdem. So wirken die Stabilisatoren unter der Leertaste noch nicht optimal geschmiert, was sich mit ein wenig Nacharbeit beheben lässt. Auch das deutsche ISO-Layout weist hinsichtlich der Konfiguration in der Software ein paar Fehler auf (Pos1 und Entf sind beispielsweise vertauscht), das lässt sich aber problemlos einstellen. Insgesamt bleibt aber der Eindruck einer Tastatur, die technisch deutlich über ihrer Preisklasse spielt.
Verarbeitung und Design
Optisch bleibt die HE68 Lite klar im 65-Prozent-Segment: kompaktes Layout mit Pfeiltasten, aber ohne Nummernblock oder Funktionsreihe. Das Gehäuse besteht komplett aus ABS-Kunststoff und ist als einteiliges Case mit Tray-Mount-Platine aufgebaut. Dadurch fällt die Tastatur mit rund 650 Gramm auffällig leicht aus, leichter als viele vergleichbare mechanische Boards.
Diese Leichtigkeit hat einen einfachen Grund: Es steckt kein Akku darin, und das Gehäuse ist an mehreren Stellen halbhohl konstruiert. Das klingt erstmal nach einem Nachteil, wirkt sich im Test aber kaum auf die Stabilität aus. Mehrere Tester bestätigen unabhängig voneinander, dass sich das Case trotz der geringen Wandstärke kaum verwinden lässt und beim Tippen nicht knarzt oder klappert, was bei Budget-Gehäusen keineswegs selbstverständlich ist.
Die Tastenkappen sind aus PBT-Kunststoff im Cherry-Profil gefertigt und im Double-Shot-Verfahren hergestellt. Bei den Farbvarianten Weiß und Schwarz sind sie zusätzlich Shine-Through, die Legenden leuchten also durch die Kappe hindurch. Bei der Black-Red-Variante sind die Kappen dagegen nicht durchscheinend. Wenn dir die RGB-Beleuchtung wichtig ist, lohnt sich also ein Blick auf die richtige Farboption vor dem Kauf.
Ein nettes Detail ist der mitgelieferte Trageriemen, der sich über eine kleine Halterung an der linken Gehäusekante montieren lässt. Die Montage erfordert etwas Fummelarbeit mit den mitgelieferten Schrauben, danach sitzt der Riemen aber fest. Für Wooting-Fans oder solche, die den Look wollen ein nettes Detail. Technisch aber zugegebenermaßen… eher nutzlos. Klappbare Standfüße gibt es allerdings nicht, die Tastatur liegt nur in einem festen Winkel auf den Gummifüßen.
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Ausstattung der EPOMAKER HE68 Lite
Bei den Gaming-Features zeigt die EPOMAKER HE68 Lite, was in ihr steckt. Über die kostenlose EPOMAKER-Software für Windows und Mac lassen sich neben der Auslösetiefe auch SOCD, auf Epomaker Snap Key genannt, Dynamic Keystroke und Mod Tap konfigurieren. Snap Key sorgt dafür, dass bei gegensätzlichen Tasteneingaben wie A und D immer die zuletzt gedrückte Taste zählt, was vor allem beim Counter-Strafing in Shootern gefragt ist.
Zusätzlich unterstützt die Tastatur alles, was man von Hall-Effekt-Keyboards wie auch der HATOR Skyfall 80 MAG ULTIMA 8K (Test) gewohnt ist. Darunter Funktionen wie Makros und Rapid-Trigger-Funktionen, die typischerweise deutlich teureren Tastaturen vorbehalten sind. Ein manueller Umschalter zwischen Mac- und Windows-Modus fehlt, die HE68 Lite erkennt das Betriebssystem automatisch und legt Tasten wie Cmd korrekt.
Die Beleuchtung läuft über ein ARGB-System mit südlich ausgerichteten LEDs, die pro Taste einzeln angesteuert werden können. In Kombination mit den Shine-Through-Tastenkappen bei Weiß und Schwarz sorgt das für ein klares, gleichmäßiges Leuchtbild, auch bei ausgeschalteter Beleuchtung bleiben die Legenden dank der hellen Kappen gut lesbar.
Ein weiterer Pluspunkt aus der Praxis: Die verbauten Hall-Effekt-Switches lassen sich tauschen. Ich habe gelesen, dass sich eigene Magnetswitches wie den Gateron Jade Pro problemlos verwenden lassen. Ich bin mit den Standard-Switches (die hauseigenen Clear Mag Schalter) aber bereits sehr zufrieden. Für ein Modell dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit und macht die HE68 Lite auch für alle interessant, die später mit anderen Switches experimentieren wollen.
Kabelgebunden statt Wireless
Anders als viele aktuelle Gaming-Tastaturen setzt die EPOMAKER HE68 Lite komplett auf Kabelbetrieb. Es gibt weder Bluetooth noch einen 2,4-GHz-Dongle, verbunden wird das HE-Keyboard ausschließlich über das mitgelieferte, abnehmbare USB-A-auf-USB-C-Kabel. Einen Akku hat die Tastatur entsprechend nicht.
Für competitive Gaming ist das eher ein Vorteil als ein Nachteil, weil eine kabelgebundene Verbindung grundsätzlich die geringste Latenz und keine Kompromisse durch Funkübertragung mit sich bringt. Wer die Tastatur ausschließlich am Schreibtisch nutzt, wird den fehlenden Wireless-Betrieb kaum vermissen.
Wer dagegen zwischen mehreren Geräten wechseln oder die Tastatur auch mobil einsetzen möchte, sollte sich eher in Epomakers Wireless-Modellen umsehen. Ich begrüße das sogar, denn so kann ich nicht vergessen den Akku aufzuladen, wenn ich wieder einmal nicht auf die Akkustandsanzeige geschaut habe.
EPOMAKER HE68 Lite Test: Fazit
Die EPOMAKER HE68 Lite ist eine der überzeugendsten günstigen Hall-Effekt-Tastaturen, die ich mir angesehen habe. Für einen Preis, der bei vielen Konkurrenten kaum das Einstiegssegment markiert, bekommst du magnetische Switches mit 0,01-mm-Feinjustierung, SOCD, Dynamic Keystroke, 8.000 Hz Abtastrate und ein solides, überraschend leises Tippgefühl.
Besonders gelungen sind die einstellbare Auslösung samt Nullstellbarer Totzone, der überraschend satte Klang trotz Hall-Effekt-Technik und die Tauschbarkeit der Switches. Wer eine kompakte, kabelgebundene Gaming-Tastatur mit ernsthafter Technik unter der Haube sucht, bekommt hier ein sehr rundes Paket.
Kompromisse gibt es dort, wo man sie in dieser Preisklasse erwartet: ein reines ABS-Gehäuse ohne Aluminium, keine Wireless-Option, keine klappbaren Standfüße und teils noch nicht ideal geschmierte Stabilisatoren ab Werk. Wer damit leben kann, bekommt mit der EPOMAKER HE68 Lite eine der besten Einstiegsoptionen in die Hall-Effekt-Welt.
The Review
EPOMAKER HE68 Lite
Überzeugende Hall-Effekt-Tastatur mit edlem Design, modernen Features und vielen Einstellungsmöglichkeiten. Das Tippgefühl ist klasse, Kabelbetrieb ist aber Pflicht.
PROS
- Magnetische Hall-Effekt-Switches
- 8.000 Hz Abtastrate und 0,125 ms Latenz
- Präzise einstellbar
- Überraschend satter Klang trotz Hall-Effekt-Technik
- Switches austauschbar
- Unschlagbarer Preis
CONS
- Nur kabelgebunden
- ABS-Gehäuse
- Keine einstellbaren Standfüße
- Stabilisatoren ab Werk teils nicht optimal geschmiert







































