Meze Audio Alba DEALS
Meze Audio Alba im Test: Edle IEMs mit 10,8-mm-Treibern für rund 160 Euro. Meze Audio ist eine Marke, die in der audiophilen Welt längst keiner Vorstellung mehr bedarf. Gegründet 2011 von Antonio Meze hat das Unternehmen sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Jetzt wagt Meze den nächsten Schritt: Mit der Alba bringt die Marke einen In-Ear-Monitor auf den Markt, der ihr bekanntes Design und ihre Klangphilosophie in ein kompaktes Format überträgt und das zu einem Preis von rund 159 Euro. Ich habe die Meze Audio Alba intensiv getestet. Hier ist mein ehrliches Fazit.
Inhalt
Technische Daten der Meze Audio Alba
- Hersteller: Meze Audio
- Produkt: Alba (Offizielle Website)
- Treiberart: Dynamisch
- Treibergröße: 10,8 mm
- Frequenzgang: 15 Hz bis 25.000 Hz
- Impedanz: 32 Ohm
- Sensibilität: 109 dB SPL/mW @ 1kHz
- Gewicht: 7 Gramm pro Ohrhörer
- Verbindung: 2-Pin
- Lieferumfang: 129 cm Kabel; 4 Paar Eartips; Transport-Case; USB-C Kabel-DAC; Bedienungsanleitungen
- Preis: 159,00 Euro
Wie klingen die Meze Audio Alba?
Kommen wir, ohne Umschweife, zum Herzstück des Tests und hier haben mich die Meze Audio Alba am meisten überrascht. Der Klangcharakter lässt sich am treffendsten als warm-neutral mit musikalischem Herz beschreiben: ausgewogen, detailreich, nie ermüdend, aber auch nie langweilig.

Bass: Der Meze Alba beeindruckt im Tiefton mit einer sehr erwachsenen Darstellung. Bässe reichen überraschend tief hinab, dabei bleibt der Bass stets kontrolliert und integriert sich musikalisch stimmig ins Gesamtbild. Kein überladener Subbass, kein Dröhnen. Vielmehr ein wohl abgestimmter Tiefgang, der elektronischen Tracks ebenso zuträglich ist wie klassischem Rock oder akustischen Sets. Der 10,8-mm-Treiber liefert Bass, der druckvoll ist, ohne zu dominieren. Mit guter Textur. Subbass und Midbass halten sich dabei in etwa die Waage, was für eine schöne Kombination aus Rumble und Punch sorgt.
Mitten: In den Mitten glänzen die Alba durch Balance und Natürlichkeit. Stimmen treten klar hervor, wirken präsent, ohne sich aufzudrängen. Instrumente sind präzise voneinander getrennt und behalten ihre Authentizität. Es entsteht keine analytische Trockenheit, sondern ein organischer Mittenbereich, der Wärme und Präzision optimal vereint. Die oberen Mitten haben einen leichten Lift, der Stimmen Körper verleiht und für ein Gefühl von Energie sorgt. Das zeigt sich besonders bei Gesang: sowohl männliche als auch weibliche Stimmen klingen greifbar und lebendig. Bei sehr hohen Abhörlautstärken können die oberen Mitten nach längerer Zeit minimal anstrengend werden.
Hochton: Im Hochtonbereich zeigen sich die Alba ausgefeilt. Nie zu spitz, nie zu zurückhaltend, sondern genau auf dem schmalen Grat zwischen Detailverliebtheit und ermüdungsfreiem Musikhören. Eine interessante Eigenheit: Im oberen Hochtonbereich um 15 kHz findet sich ein spürbarer Energieschub, der für viel Luftigkeit sorgt, aber bei manchen Hörern auch als leicht unausgewogen wahrgenommen werden kann. Im Metal-Bereich waren mir die Höhen stellenweise ein wenig zu überpräsent, beim Gaming-Einsatz hingegen offenbarte sich das volle Potenzial, da die Meze Audio Alba hier akustische Details hervorragend herausstellen, was eine exzellente Ortung im Raum ermöglicht.

Bühne und Technik: Die räumliche Darstellung der Meze Audio Alba ist schlicht überragend: Die Bühne wirkt echt, nicht künstlich aufgeblasen. Breite und Tiefe fügen sich gut zusammen, Instrumente und Klänge lassen sich präzise orten, ohne dass dies zu Lasten des musikalischen Flusses geht.
Was technische Auflösung und Separation angeht, sie die Alba extrem stark für ihren Preis, aber nicht unschlagbar im Vergleich zu Hybriden mit mehreren Treibern. Was sie dafür bieten, ist eine innere Stimmigkeit, die Mehrtreiber-IEMs in diesem Preisbereich selten erreichen. Der Single-Dynamic-Driver klingt wie aus einem Guss. Voll, lebendig, detailliert und klar. Chapeau, Meze.
Im direkten Hörvergleich mit verschiedenen Genres haben mich die Meze Audio Alba vor allem bei klassischer Gitarrenmusik, Heavy Metal (meinem bevorzugten Genre) und Elektromusik begeistert. Für Soft-Rock, Pop, Alternative, Folk und Singer-Songwriter-Musik sind die Alba eine nahezu ideale Wahl.
Meze Audio Alba Test: Einzigartiges Design, hochwertige Bauweise
Der erste Eindruck zählt und die Meze Audio Alba hinterlassen Eindruck. Die im Druckgussverfahren hergestellten Gehäuse bestehen aus eloxiertem Aluminium und einer Zinklegierung, was die Hörer zugleich widerstandsfähig, langlebig und leicht macht.
Jeder einzelne Hörer bringt inklusive Ohrpassstück gerade einmal rund 7 Gramm auf die Waage, das merkt man sofort. Das Gehäuse zeigt sich in einem eleganten, perlmuttsilbernen Lackfinish, die Form ist ergonomisch rund ausgeführt – keine Kanten, keine Ecken, nichts, was störend wirken könnte. Die Farbkombination aus weißem Perlmutt mit silbernen Akzenten und das saubere Gehäuse verleihen der Alba eine Premium-Anmutung, die weit über ihrem Preispunkt liegt.
Meze hat auf der Rückseite jedes Gehäuses eine kleine Druckausgleichsöffnung integriert, die stilsicher in eine silberne Applikation eingebunden ist. Ein kleines Detail, das zeigt, mit wie viel Sorgfalt hier gearbeitet wurde.
Die Verbindung zwischen Kabel und Hörer erfolgt über ein 2-Pin-System mit vergoldeten Kontakten. Der Steckerbereich mit 2-Pin-Anschlüssen erlaubt künftig auch Upgrades bei Kabeln, falls gewünscht. Das ist in diesem Preissegment keineswegs selbstverständlich und zeigt, dass Meze hier langfristig denkt.
Das beiliegende Kabel ist silbrig-transparent und mit 129 Zentimetern angenehm lang genug, um unter der Kleidung geführt zu werden. Die vergoldeten Kontaktflächen garantieren über Jahre hinweg besten Kontakt, und die Kabelenden sind mit einer Biegung versehen, sodass sie über die Ohrmuschel hinweg verlegt werden können.
Allerdings gibt es an dieser Stelle auch den einzigen spürbaren Kritikpunkt im Bereich Design: Das Kabel wirkt im direkten Vergleich mit den hochwertigen Gehäusen etwas dünn und neigt zum Verknäulen. Ein kleiner Wermutstropfen, den man durch ein Aftermarket-Kabel leicht beheben kann.

Der Lieferumfang kann sich ebenfalls sehen lassen: Vier Paar weiche Silikonohrstöpsel in den Größen S, M, L und XL, ein USB-C-Adapter mit integriertem DAC und Vorverstärker sowie ein kompaktes Reißverschluss-Case aus Kunstleder gehören zum Paket. Das Case ist schick und stilvoll, fällt jedoch etwas knapp bemessen aus. Wer auf ein dickeres Aftermarket-Kabel umsteigt, wird schnell merken, dass das Case dann zu eng wird.
Ausstattung und Treiber der Alba
Technisch setzen die Meze Audio Alba auf einen einzigen dynamischen Treiber und zwar einen ordentlich dimensionierten. Die dynamischen Treiber mit einem Durchmesser von 10,8 mm erzeugen Audio im Spektrum von 15 Hz bis 25 kHz, reichen also in den Bässen unter das typische menschliche Hörspektrum und in den Höhen deutlich darüber hinaus.
Die Empfindlichkeit liegt bei 109 dB SPL bei einer Impedanz von 32 Ohm, was bedeutet, dass die Alba auch am Klinkenausgang eines Laptops mit ausreichender Lautstärke betrieben werden kann. Das ist kein Zufall: Meze hat die Alba ganz bewusst für den mobilen Einsatz konzipiert. Bei 109 dB Empfindlichkeit und 32 Ohm Impedanz sind die Alba extrem einfach anzutreiben.
Das ist das eigentliche Highlight in der Ausstattung ist der USB-C-Dongle. Der im Lieferumfang enthaltene USB-C Kabel-DAC ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Meze Audio Alba. Er fungiert als Plug-and-Play-Adapter für Smartphones, Tablets, PCs und Laptops mit USB-C-Anschluss.
Ganz ohne zusätzliche Treiber. Dieser inkludierte USB-C DAC/AMP-Adapter ist eine durchdachte Zugabe, die die meisten Hersteller selbst bei deutlich teureren IEMs nicht beilegen. Besonders praktisch, wenn du die Alba beispielsweise zum Musikhören am Handy oder zum Zocken am PC nutzen möchtest.
Ich habe dazu bisher den USB-C-Adapter von Apple verwendet und muss sagen: Der inkludierte USB-C-DAC von Meze Audio liefert den wesentlich besseren Klang. Und sieht noch dazu schicker aus. Win-Win also.
Tragekomfort der Meze Audio Alba
Der Klang ist das eine, aber ein Kopfhörer, der nach 30 Minuten unangenehm wird, nützt wenig. Die Meze Audio Alba sind in diesem Punkt gut aufgestellt, wenn auch in meinen Augen nicht perfekt. Das kleine, flache Gehäuse sitzt extrem komfortabel und erzeugt ein angenehmes Gefühl, bei dem man nach einer Weile vergisst, überhaupt Hörer zu tragen.

Anhand ihrer ergonomischen Form ist erkennbar, welcher Hörer in welches Ohr gehört. Eine Beschriftung für links und rechts ist an den Gehäusen zwar nicht vorhanden, aber die Form macht es intuitiv. Mithilfe der vier beigelegten Silikonohrstöpsel in verschiedenen Größen lässt sich für nahezu jede Ohrmform eine gute Passform finden. Ob kleinere oder größere Ohren: mit den beiliegenden Tips in vier Größen sollte jeder eine gute Abdichtung finden, die für Klangtiefe und Komfort sorgt.
Die Ohrpassstücke selbst sind sehr weich, was das Tragen über Stunden hinweg angenehm macht. Allerdings hat das seinen kleinen Preis: Das Wechseln der Silikon-Ohrpassstücke erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Wer häufig zwischen verschiedenen Eartip-Größen wechselt, sollte dabei ruhig und vorsichtig vorgehen.

Hier gibt’s in meinen Augen aber auch Kritik. Ich empfinde das Kabel als nicht ideal. Insbesondere bei meinem linken Ohr rutscht die Strippe immer wieder über die Ohrmuschel, was zu regelmäßigem Nachregulieren führt. Ein Problem, das ich mit meinen Simgot EA500 LM (2nd Gen) nicht habe.

Was die passive Isolation angeht: Sie ist gut, aber nicht rekordverdächtig. Die notwendige Belüftung des dynamischen Treibers bedeutet, dass die Alba keine vollständige Abschirmung von Außengeräuschen bieten. Auch hier bringen andere IEMs eine bessere Abschottung, einfach aufgrund des größeren Gehäuses. Wer absolute Ruhe in lauter Umgebung benötigt, sollte eventuell zu Schaumstoffaufsätzen greifen, die separat erhältlich sind.
Meze Audio Alba Test: Fazit
Mit den Meze Audio Alba liefert der Hersteller in meinen Augen einen der besten und vielseitigsten In-Ear-Monitore, die es im Preissegment für unter 200 Euro derzeit zu kaufen gibt. Wenngleich die IEMs nicht perfekt sind: Das mitgelieferte Kabel neigt zum Verknäulen, das Case fällt etwas eng aus und wer bestmögliche Isolation und den höchsten Tragekomfort sucht, wird vermutlich nicht restlos glücklich werden.
Was Meze Audio hier aber hinbekommen hat, ist trotzdem absolut beeindruckend: ein durchdachter, herausragend klingender Alltagsbegleiter für jede Tageszeit und jedes Genre. Klanglich erwachsen, haptisch hochwertig und sofort einsatzbereit dank des mitgelieferten USB-C DAC, der selbst bei deutlich teureren IEMs keine Selbstverständlichkeit ist. Die Alba klingen wie aus einem Guss, ziehen einen immer wieder in die Musik und ermüden dabei nie. Dabei fördern sie klangliche Nuancen zum Vorschein, die selbst viele IEMs verschlucken.
Auch beim Gaming macht sich die meist neutrale, aber etwas auf die Höhen fokussierte Abmischung positiv bemerkbar, da wichtige akustische Hinweise in kompetitiven Games leicht betont werden und so besser zur Geltung kommen.
Für alle, die einen IEM unter 200 Euro suchen, der klanglich brilliert und dabei auch optisch etwas hermacht, sind die Meze Audio Alba eine klare Empfehlung.
The Review
Meze Audio Alba
Die Meze Audio Alba sind hervorragende IEMs, die mit warmem Klangcharakter, einzigartigem Design und stimmigem Tragekomfort begeistern. Ein überzeugendes Gesamtpaket im mittleren Preissegment.
PROS
- Hochwertiges Metallgehäuse
- Stylisches Design
- Hervorragender Klang
- Exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
- USB-C-DAC enthalten
- Guter Tragekomfort
CONS
- Kabel etwas steif
- Transport-Case recht klein
- Bei Basstextur etwas zurückhaltend
- Isolation nicht perfekt
Meze Audio Alba DEALS
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