Forza Horizon 6 im Test: Hält der sechste Teil des Open-World-Rennspiels, was es verspricht? Ich erinnere mich noch genau, als ich das erste Mal den Trailer zu Forza Horizon 6 gesehen habe. Japan. Endlich. Und Playground Games liefert ab, das zeigte schon die Vorschau-Version im April. Das virtuelle Japan in Forza Horizon 6 ist kein halbherziger Touristen-Abklatsch. Rund 700 Straßen wollen erkundet werden und der Bereich dazwischen eigentlich auch. Mehr dazu in meinem Forza Horizon 6 Test.
Release: 19. Mai 2026 (Xbox Series X|S & PC) | Entwickler: Playground Games | Genre: Open-World-Rennspiel | Infos: Offizielle Website
Inhalt
Forza Horizon 6 Test: Gameplay, das einfach funktioniert
Forza Horizon 6 ist und bleibt ein Arcade-Racer. Wer das weiß, ist nicht enttäuscht. Wer eine Hardcore-Sim erwartet, ist hier aber nicht an der richtigen Adresse. So viel vorab. Aber „Arcade“ bedeutet in diesem Fall nicht „leicht“. Die KI auf mittlerem Schwierigkeitsgrad liefert eine faire Herausforderung, ohne frustrierend zu werden. Der berüchtigte Gummiband-Effekt früherer Teile wurde spürbar entschärft. Solo-Rennen fühlen sich dadurch intensiver und ehrlicher an.

Was das Fahrgefühl angeht: Jede Oberfläche gibt anderen Grip. Matsch, Asphalt, Sand, Wasser… das Handling reagiert direkt auf das Terrain. Die japanischen Touge-Strecken, also die eng geschwungenen Bergstraßen, sind eine absolute Neuheit im Forza-Horizon-Repertoire und ein Traum für Drift-Fans.
Rund 100 Festival-Events stecken im Singleplayer und keins davon fühlt sich wie eine Pflichtaufgabe an. Playground Games packt eine Wahnsinnsmenge spielerischer Ideen in diese Events. Ein Rennen gegen Stunt-Flugzeuge. Ein Anime-Crossover-Event, das ich an dieser Stelle nicht spoilern will. Eine Ski-Piste rauf und runter. Jedes Event hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Aufbau.

Für Dragracing gibt es Drag Meets mit realistischer Launch Control. Wer es kompetitiver mag, landet im Spec Racing-Modus. Alle fahren dasselbe Auto, reines Talent entscheidet. Und die neuen Horizon Rush-Events sind spektakuläre Zeitrennen an außergewöhnlichen Orten, die an die legendären Showcase Events der Reihe erinnern. Kurz gesagt: Forza Horizon 6 bietet für jeden Spielertyp etwas. Und dann noch so viel mehr.
- Du magst es lieber entspannter? Outbound im Test: Der chilligste Roadtrip des Jahres
Oh, wie schön ist Japan
Wer die Spielwelt nicht einfach so erkunden, sondern etwas mitnehmen will, sollte die neuen Tagestour-Storymissionen ausprobieren. Die führen in erzählten Fahrten durch Japan und vermitteln dabei echtes Wissen über Land und Kultur. Klingt trocken, ist es nicht. Da soll noch jemand sagen, Videospiele seien stupide.
Daneben gibt es Drift Clubs, Werkstatt-Aufträge und Foto-Missionen durch Japan. Die Karte bietet genug kuratierte Inhalte für Spieler, die eine Struktur brauchen und genug offene Fläche für die, die einfach losfahren wollen.

Keine Lust auf Rennen? Kein Problem. Beschleunigungevents, Zeitangriffe, Drift-Sektoren, Sprungpassagen, Radarkontrollen – das Angebot ist riesig. Neu hinzugekommen sind 200 regionale Maskottchen, die über die komplette Map verteilt sind: Edamame, Onigiri, Dango, Curry Rice. Jedes bringt 5.000 Credits, alle zusammen eine Million. Ohne ein einziges Rennen zu fahren.
Dazu kommen die bewährten PR Stunts mit Speed Traps, Speed Zones und Drift Zones sowie 200 XP-Schilder. Forza Horizon 6 hat so viel zu tun, dass man sich schon nach wenigen Stunden fragt, wo die Zeit geblieben ist.
Neu sind außerdem Aftermarket Cars: Fertig aufgemotzte Fahrzeuge, die direkt am Straßenrand der Open World kaufbar sind. Günstiger als in der Autoshow, sofort fahrbereit. Ein nettes kleines Feature für alle, die keine Lust haben, sich stundenlang durch Tuning-Menüs zu klicken.

Was mich besonders beeindruckt hat: Die Jahreszeiten verändern die komplette Karte. Ich hab in der Preview-Version noch die Sakura-Kirschblüten gesehen, die waren im finalen Spiel beim Start schon verblüht. Herbst und Winter stehen noch aus. Ich bin gespannt, was da kommt. Die Spielwelt ist in zehn unterschiedliche Areale aufgeteilt und vereint alles, was eine echte Japan-Reise ausmacht: eine gigantische Tokio-Version, den Mount Fuji, Tempelanlagen, Bambuswälder, malerische Bergstraßen
Forza Horizon 6 Vorschau: Open-World-Rennspiel stundenlang gespielt
Fuhrpark, Sound und Anpassung
Das Cover-Car von Forza Horizon 6 ist der 2025 Toyota GR GT Prototype. Ein Rennwagen für die Straße, der die japanische Ingenieursphilosophie in einem einzigen Auto verkörpert. Der ist schon allein optisch ein Statement. Und er passt perfekt zum Setting.
Der Fuhrpark zum Launch umfasst über 550 Fahrzeuge, und JDM-Klassiker dominieren erwartungsgemäß: Nissan GT-R in verschiedenen Generationen, Mazda MX-5, Subaru WRX STI, Toyota Supra aus dem Jahr 1995, Mitsubishi Lancer Evolution, Honda NSX – alles dabei, was in der Tuning-Szene Rang und Namen hat.

Dazu kommen europäische Hypercars, US-Muscle-Cars und natürlich einige völlig absurde Fahrzeuge, die in Horizon einfach dazugehören. Wer aus Forza Horizon 5 seinen geliebten Mercedes-AMG One mitbringen möchte, kann das tun. Fahrzeuge aus früheren Teilen lassen sich übernehmen.
Sound wie noch nie in der Reihe
Die Motorensounds wurden für Forza Horizon 6 von Grund auf neu aufgesetzt. Playground Games hat eine neue akustische Modellierungstechnologie eingesetzt, die das Klangerlebnis der gesamten Spielwelt neu simuliert. Das Ergebnis ist hörbar: Autos klingen lebendiger, authentischer und detailreicher als in jedem Vorgänger. Das Aufheulen eines Supra-Reihensechszylinders in einem engen Bambuswald-Canyon ist ein Erlebnis für sich.
Dazu kommt ein grandioser Soundtrack, wie gewohnt mit mehreren lizenzierten Radiosendern und einem breiten Musikspektrum. Von Linkin Park und Babymetal bis hin zu Lindstrom, Lil Nas X oder The Midnight.
Tuning-Fans haben in Horizon 6 ebenfalls Grund zur Freude: Body Kits sind neu im Programm, dazu kommen erweiterte Forza Aero-Optionen und erstmals die Möglichkeit, Lackierungen auf Fensterscheiben aufzutragen. Die Customize-Tiefe wächst damit weiter. Wer sich über fehlende Unterbodenbeleuchtung oder ähnlich ausgefeilte Optionen ärgert – ja, die gibt es noch nicht. Aber was da ist, funktioniert gut und lässt viel Spielraum für kreative Builds.
Häuser, Garagen und ein komplettes Tal zum Selbstgestalten
Auf Wunsch kauft ihr in Forza Horizon 6 eigene Häuser in Japan. Acht Häuser lassen sich in der Open World finden und erwerben, jedes mit einer individuell einrichtbaren Garage. Das Sortiment an Deko-Items ist absurd groß und nach Kategorien sortiert: Plastikdinos neben Neonpalmen neben Reifenstapeln neben traditionellen japanischen Laternen. Klingt bescheuert, ist aber ein erstaunlich süchtig machendes Feature, das man nicht auf dem Schirm hat, bis man plötzlich eine Stunde damit verbracht hat, die perfekte Garage zu gestalten.

Das absolute Highlight in diesem Bereich ist aber The Estate: Ein komplettes Bergtal, das ihr nach eigenen Vorstellungen mit Straßen, Sprungschanzen, Loopings, Drift-Sektoren und Gebäuden ausstatten könnt. Traditionell japanische Bauten stehen dabei neben futuristischen Architekturen, klassische Rennstrecken-Elemente neben verrückten Stunt-Konstruktionen. Community-Layouts lassen sich teilen und herunterladen. Und die Kreativität der Community ist, wenn man sich die Early-Access-Builds anschaut, bereits jetzt kaum zu fassen. The Estate ist ein Feature, das noch Monate nach dem Launch für frischen Content sorgen wird.
Forza Horizon 6 vs. Vorgänger: Was ist wirklich neu?
Das ist die Frage, die sich jeder Horizon-Veteran stellt. Und die ehrliche Antwort lautet: Horizon 6 revolutioniert die Formel nicht. Das Grundgerüst aus Open World, Festival-Events, Jahreszeiten, Sammelcontent, Multiplayer ist dasselbe wie in den Vorgängern. Wer eine komplette Neuerfindung der Reihe erwartet, wird sie auch hier nicht finden.

Aber darum geht es nicht. Was Horizon 6 macht, ist dieses Fundament konsequent zu verbessern und mit echten, spürbaren Neuerungen auszustatten. Die überarbeitete KI macht den Einzelspieler fairer und intensiver. The Estate ist ein komplett neues Feature-Set, das in der Reihe bisher kein Äquivalent hatte. Die Tagestour-Missionen geben der Spielwelt eine erzählerische Dimension, die Horizon bisher gefehlt hat. Der neue Sound ist ein echter Quantensprung. Und Japan ist schlicht der beste Schauplatz, den die Reihe je hatte.
Das ist mehr als genug.

Den Multiplayer hab ich in diesem Test bewusst nur angerissen, der verdient eigentlich einen eigenen Artikel. Liegt aber auch daran, dass zum Testzeitpunkt noch nicht viel los war. Kurze Zusammenfassung: Die offene Online-Welt funktioniert wie gewohnt nahtlos, die neuen kompetitiven Formate wie Spec Racing machen im Multiplayer nochmal deutlich mehr Spaß als alleine, und die Time Attack Circuits als vollständige Multiplayer-Formate sind eine echte Bereicherung. Wer Horizon hauptsächlich online spielt, bekommt hier ein ausgewogenes, inhaltsreiches Paket.
Forza Horizon 6 Test: Fazit
Nach rund 50 bis 100 Stunden Spielzeit (und ich bin noch längst nicht fertig) kann ich sagen: Forza Horizon 6 ist genau das, was Fans erwarten, und dann noch ein Stück mehr drauf. Japan ist der beste Schauplatz der Seriengeschichte. Visuell atemberaubend, fahrerisch abwechslungsreich, kulturell liebevoll und mit echter Tiefe umgesetzt.
Die Neuerungen sind keine Marketing-Phrasen, sondern echte Gameplay-Ergänzungen: The Estate, die Tagestour-Storymissionen, der überarbeitete Sound, die verbesserte KI, Spec Racing, Drag Meets mit Launch Control. Das alles ergänzt ein Gameplay-Fundament, das schon in den Vorgängern hervorragend funktioniert hat.
Wer Forza Horizon 5 geliebt hat, wird hier nicht enttäuscht. Wer neu in die Reihe einsteigt, findet in Horizon 6 den bisher besten Einstiegspunkt. Und wer nach einer grundlegend neuen Formel gesucht hat… der spielt halt irgendwas anderes. Aber ehrlich gesagt: Bei Horizon geht es ums Fahren. Und das war noch nie so gut wie jetzt.
The Review
Forza Horizon 6
Grandiose Spielwelt, exzellentes Gameplay, unglaublich viel zu entdecken und eine beeindruckende Technik. Forza Horizon 6 ist ein Meilenstein des Rennspiel-Genres. Klarer Pflichtkauf!
PROS
- Beeindruckende Spielwelt
- Abwechslungsreiche Events
- Unglaubliche spielerische Abwechslung
- Exzellente Technik
- Starke Fahrphysik
- Gigantischer Umfang
- Grandioser Soundtrack
CONS
- Nur wenige echte Neuerungen
- Gelegentliche Grafikfehler
- Story bleibt schwach

























