Gamer lieben Japan. Forza Horizon 6 macht diesen Traum wahr. Ich durfte das Spiel bereits mehrere Stunden vor dem offiziellen Release am 19. Mai 2026 ausgiebig anspielen und kann euch sagen: Das Warten hat sich gelohnt.
Release: 19. Mai 2026 (Xbox Series X|S & PC) | Entwickler: Playground Games | Genre: Open-World-Rennspiel
Inhalt
Forza Horizon 6: Zurück zu den Wurzeln
Das vielleicht Schönste an Forza Horizon 6 ist, womit es beginnt: Ihr seid nicht der Champion. Kein gefeierter Superstar, der mal eben als Festival-Legende eingeflogen wird. Ihr seid ein Tourist. Jemand, der Japan besucht und den großen Traum hat, beim Horizon Festival mitzumachen. Diese Entscheidung der Entwickler von Playground Games klingt auf dem Papier vielleicht nach einer Kleinigkeit, macht im Spielgefühl aber einen riesigen Unterschied.
Im Vorgänger, Forza Horizon 5 in Mexiko, startet ihr bereits als etablierter Festival-Champion. Das wirkt auf den ersten Blick cool, nimmt dem Fortschritt aber jede Spannung. In Forza Horizon 6 kämpft ihr euch von unten nach oben: über Qualifier-Events, das Invitational und neue Wristbands, die als Progression-System dienen, bis ihr euch schließlich zur Festival-Legende hocharbeitet. Das gibt dem Spielen wieder echtes Gewicht.
Horizon-typisch macht euch das Spiel in einem beeindruckend inszenierten Auftakt-Event mit den verschiedenen Fahrzeug-Klassen vertraut. Sportwagen, Tuning-Boliden, Offroad-Geschosse. Das Cover-Fahrzeug, der Toyota 2025 GR GT Prototype, darf dabei natürlich nicht fehlen. Anschließend landet ihr, serientypisch, erstmal in einer Rostlaube. Euer Begleitteam besteht aus Motorsport-Fan Jordy und Tuning-Expertin Mei, die euch durch die offene Welt führen.

In der Preview-Version von Forza Horizon 6 standen mir insgesamt drei fahrbereite Wagen zur Verfügung, dazu ließen sich sieben weitere als sogenannte Aftermarket Cars in der offenen Welt entdecken: an bestimmten Punkten parkende, bereits getunte Gebrauchtwagen, die ihr zu einem günstigeren Preis eurer Sammlung hinzufügen könnt. Eine nette Idee, die dem Erkunden zusätzliche Bedeutung verleiht. Die beliebten Scheunenfunde aus den Vorgängern kehren ebenfalls zurück.
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Japan als Spielwelt: Das bisher beeindruckendste Horizon-Setting
Ich sage es direkt: Japan ist das stärkste Setting, das die Reihe je hatte. Und ich sage das als jemand, der sowohl Großbritannien (Teil 4) als auch Mexiko (Teil 5) sehr geschätzt und jeden Forza-Ableger verschlungen hat. Playground Games hat diesmal eine komprimierte, aber ungemein vielfältige Version des Landes erschaffen und das zahlt sich in jeder Sekunde aus.
Die Forza Horizon 6 Karte setzt sich aus insgesamt neun grundlegend verschiedenen Biomen zusammen. Im Norden gibt es die verschneiten Bergstraßen der Sotoyama Region, inklusive einer echten Skipiste, die ihr hinunterrasen könnt. Im Osten zeigt sich die Hokubu Region als ruhiges Flachland mit malerischen Reisfeldern, Blumenwiesen und den Gleisen des Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszuges, der gelegentlich vorbeirauscht. Das Horizon Festival selbst hat seine Zelte in der Ohtani Region im Zentrum der Karte aufgeschlagen. Und dann ist da noch Tokio im Süden.

Tokio ist das absolute Highlight in Forza Horizon 6. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass dies die dichteste und lebendigste Stadtumgebung ist, die die Reihe bisher zu bieten hatte.
Enge Gassen, breite Hochstraßen, mehrstöckige Expressways mit Blick über die ganze Stadt, Neonlichter, Einkaufsstraßen, Tempel, die Shibuya-Kreuzung, der Tokyo Tower. All das ist da, durchdacht designt und verblüffend detailliert. Wer nachts durch Tokio fährt und sieht, wie sich die Neonreklamen in Pfützen spiegeln, versteht sofort, warum Japan der perfekte Schauplatz für Forza Horizon ist.
Gameplay und neue Features: Bewährtes mit frischen Ideen
Forza Horizon 6 ist kein Revolutionsspiel. Wer das erwartet, wird enttäuscht sein und das ist auch völlig in Ordnung, denn die Reihe hat nie versprochen, das Rad neu zu erfinden. Was sie liefert, ist ein exzellent poliertes Open-World-Rennspiel mit allem, was dazugehört. Die Stärke liegt im Detail.
Das Fahrgefühl selbst hat nochmal einen spürbaren Schritt nach vorne gemacht. Das Gewicht der Fahrzeuge kommt deutlicher zum Tragen als in den Vorgängern. Besonders bei älteren, schwereren Autos wie dem GMC Jimmy 1970 oder dem Toyota Celica GT-FOUR. Die Motorensounds wurden ebenfalls überarbeitet und klingen schlicht fantastisch. Das Mittendrin-Gefühl beim Fahren ist wirklich stark.

Das Event-Angebot deckt alles ab, was Horizon-Fans kennen und lieben: klassische Straßenrennen auf Asphalt, obligatorische Offroad-Veranstaltungen, Querfeldein-Rennen, Blitzer-Challenges, Sprung-Herausforderungen, Trailblazer-Stunts und Drift-Zonen. Persönliches Highlight sind die Querfeldein-Rennen durch die japanischen Wälder und Reisfelder, die machen einfach unglaublich Spaß.
Eine echte Neuerung sind die Time Attack Circuits: Kleine, fest installierte Rennstrecken in der offenen Welt auf denen ihr Bestzeiten jagt. Das gibt nochmal einen eigenen kompetitiven Reiz und belohnt euch mit Credits und Leaderboard-Platzierungen. Das ist genau die Art von Ergänzung, die sich organisch anfühlt und nicht aufgesetzt.
Der Fuhrpark startet mit über 550 Fahrzeugen. Die größte Auswahl zum Launch in der Seriengeschichte. Darunter viele japanische Ikonen, die zum Setting perfekt passen: JDM-Klassiker, Kei Cars, Tuning-Legenden. Besonders gefreut habe ich mich über den Mitsubishi GTO und den Toyota Celica GT-FOUR ST205.
Technisch beeindruckend mit kleinen Einschränkungen
Grafisch setzt Forza Horizon 6 neue Maßstäbe für die Reihe. Die Beleuchtung, die Reflexionen auf nassen Fahrbahnen, die Detaildichte in Tokio. Das alles ist auf einem Niveau, das man in einem Open-World-Rennspiel so noch nicht gesehen hat. Und das trotz einer Karte, die größer und vielfältiger ist als bei allen Vorgängern.

Die Preview-Version lief auf Xbox Series X in zwei technischen Modi: 30fps mit höherer visueller Qualität oder 60fps mit etwas reduzierter Grafikpracht. Im finalen Spiel soll es aber 4K/60 geben. Für mich persönlich ist Forza immer ein 60fps-Spiel: das Fahrgefühl profitiert massiv davon. Kleine technische Hänger gab es in der Vorschau-Version noch vereinzelt zu sehen, was bei einem unveröffentlichten Titel aber völlig normal ist.
Die Jahreszeiten feiern ebenfalls ihr Comeback und passen zum japanischen Setting natürlich perfekt. In der Preview war allerdings nur der Frühling spielbar. Was bedeutet, dass ich Kirschblüten, Blütenblätter auf dem Asphalt und grüne Wiesen sehen konnte, aber Sommer, Herbst und Winter noch ein Geheimnis bleiben. Schade, denn gerade ein verschneites Japan im Winter dürfte atemberaubend aussehen.
Mein erstes Fazit: Forza Horizon 6 wird ein Pflichtspiel
Ich war schon gespannt auf Forza Horizon 6. aber nach mehreren Stunden Spielzeit bin ich schlicht begeistert. Das Spiel tut genau das, was eine starke Fortsetzung tun sollte: Es bewahrt alles, was die Reihe großgemacht hat, und verfeinert es mit einem Setting, das dem ganzen Paket eine neue Dimension gibt. Japan war die richtige Wahl. Vielleicht sogar die beste, die Playground Games hätte treffen können.
Klar, eine spielerische Revolution liefert Horizon 6 nicht. Wer nach radikalen Neuerungen sucht, schaut in die falsche Richtung. Aber wer ein Open-World-Rennspiel sucht, das stundenlang unterhält, eine beeindruckende Welt zum Erkunden bietet und einfach verdammt viel Spaß macht, der ist hier genau richtig.
Forza Horizon 6 erscheint am 19. Mai 2026 für Xbox Series X|S und PC. Die PS5-Version folgt zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr.



























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