Es gibt Spiele, die man nach dem Abspann einfach nicht loslassen. Kein hektischer Loop, kein nächstes Match, kein weiterer Run. Stattdessen sitzt man da und lässt das Erlebte sacken. Planet of Lana 2 ist genau so ein Spiel. Emotional, unglaublich atmosphärisch und exzellent präsentiert. Das vielleicht schönste Indiegame zum Start ins Jahr 2026. Das schwedische Entwicklerstudio Wishfully hat mit dem ersten Teil bereits bewiesen, dass man mit minimalistischen Mitteln maximale Emotionen erzeugen kann. Doch der Nachfolger geht noch weiter und das in nahezu jeder Hinsicht.
| Titel | Planet of Lana 2 (offizielle Website) |
| Release | 05. März 2026 |
| Entwickler | Wishfully |
| Publisher | Thunderful Publishing |
| Genre | Puzzle-Plattformer |
| Plattformen | PC; PlayStation 4/5; Xbox Series X/S; Nintendo Switch |
| Anzahl Spieler | 1 |
| Preis | 19,99 Euro |
Inhalt
- 1 Eine Geschichte, die keine gemeinsame Sprache braucht
- 2 Gameplay: Puzzle-Platformer mit Seele und System
- 3 Die Welt als handgemaltes Kunstwerk
- 4 Sound und Musik: Ein Soundtrack, der unter die Haut geht
- 5 Emotionaler Kern: Wenn Pixel einen zu Tränen rühren
- 6 Planet of Lana 2 Test: Fazit
- 7 Planet of Lana 2
Eine Geschichte, die keine gemeinsame Sprache braucht
Wer den ersten Teil gespielt hat, kehrt zu Lana und ihrem kleinen Gefährten Mui zurück. Jetzt ein paar Jahre älter, ein paar Jahre weiser, und in einer Welt, die sich verändert hat. Die Maschinen, die einst den Planeten bedrohten, sind kein Feind mehr. Mensch und Mechanik haben einen fragilen Frieden gefunden. Doch dann wird ein junger Dorfbewohner krank, und das Duo bricht auf, um heilende Zutaten in abgelegenen Ecken der Welt zu sammeln. Was natürlich nur der Anfang einer viel größeren, dunkleren Geschichte ist.
Was zunächst wie ein bescheidenes Abenteuer klingt, entfaltet sich zu einer emotional aufgeladenen Reise, die einen bis zum Ende nicht loslässt. Und das obwohl (oder vielleicht gerade weil) kein einziges Wort in einer verständlichen Sprache gesprochen wird. Die Charaktere kommunizieren in einer erfundenen Lautsprache, irgendwo zwischen dem bekannten Simlish und einem rhythmischen Gesang. Klingt nach einer Distanzierungsmaßnahme? Ist es das Gegenteil.

Denn die Entwickler haben bewusst darauf verzichtet, Dialoge wörtlich zu übersetzen. Bestimmte Szenen und Gespräche sollen Raum für eigene Interpretation lassen. Das funktioniert erstaunlich gut, weil die Sprecher ihr Material mit solcher Ausdrucksstärke vortragen, dass man nie wirklich im Dunkeln tappt. Trauer ist Trauer, Angst ist Angst, Freude ist Freude – ganz egal, in welcher Sprache sie verkleidet sind. Wer Planet of Lana 2 zum ersten Mal aufmacht, ohne den Vorgänger gespielt zu haben, bekommt zudem eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Neueinstieg ist also ausdrücklich möglich, wenngleich der erste Teil absolut einen Blick wert ist.
Gameplay: Puzzle-Platformer mit Seele und System
Mechanisch bewegt sich Planet of Lana 2 im Fahrwasser klassischer Cinematic-Platformer wie Limbo oder Inside. Man läuft von links nach rechts durch wunderschöne und abwechslungsreiche Level, löst Rätsel, weicht Gefahren aus und steuert dabei zwei Charaktere in Kooperation. Lana ist inzwischen agiler als noch im ersten Teil, kann höher springen, flinker klettern und Situationen selbstständiger meistern.

Tierbegleiter Mui hingegen hat seinen Fähigkeiten-Rucksack ordentlich aufgestockt: Der kleine Sidekick kann jetzt feindliche Maschinen übernehmen und bestimmte Lebewesen der Spielwelt hypnotisieren. Was sich in cleveren Rätselsituationen niederschlägt, die beide Figuren als Team erfordern.
Die Rätsel selbst tragen eine große Stärke in sich: Sie sind nie frustrierend. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht. Viele Puzzle-Spiele kippen irgendwann in eine Richtung, die sich nach Arbeit anfühlt – zu abstrakt, zu mechanisch, zu sehr auf das Knacken von Systemen ausgerichtet. Hier passiert das nicht. Jede Herausforderung baut auf Beobachtung, Experimentierfreude und dem Zusammenspiel der beiden Charaktere. Die Kamera hilft dabei fast unmerklich: Sie schwenkt und zoomt so, dass man stets die relevanten Teile eines Rätsels im Blick hat, ohne dass es sich wie Handhalten anfühlt.

Wer mit dem Gedanken spielt, ob das Spiel auch für weniger erfahrene Spielerinnen und Spieler geeignet ist: Ja, eindeutig. Die Mechaniken werden schrittweise und sehr organisch eingeführt, der Schwierigkeitsgrad steigt sanft an und die Kontrollpunkte sind so gesetzt, dass ein Scheitern selten bestraft wirkt. Eher im Gegenteil: Nach jedem Misserfolg wird klarer, was beim nächsten Versuch anders sein muss – ein gutes Zeichen dafür, dass das Rätseldesign wirklich durchdacht ist. Wer härtere Denkaufgaben sucht, könnte stellenweise unterfordert sein – doch wer sich auf die Geschichte und die Atmosphäre einlässt, wird merken, dass das gar nicht der Punkt ist.
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Die Welt als handgemaltes Kunstwerk
Es fällt schwer, über Planet of Lana 2 zu schreiben, ohne sich in Beschreibungen der Optik zu verlieren. Das Spiel sieht schlicht atemberaubend aus. Der handgezeichnete Stil des ersten Teils wurde nicht nur beibehalten, sondern weiterentwickelt: Lichteffekte wirken natürlicher, die Hintergründe haben mehr Tiefe, und die Farbpaletten der verschiedenen Biome. Von verschneiten Höhlensystemen über weitläufige Wälder bis hin zu dunkleren, futuristisch anmutenden Umgebungen. Optisch erinnert der Titel an eine Mischung aus Studio Ghibli-Filmen und dem Animationshit Der Wilde Roboter (ich liebe ihn!).

Es gibt Momente im Spiel, in denen Lana und Mui einfach durch die Landschaft schreiten. Kein Rätsel, keine Bedrohung, nur die beiden Figuren vor einem Panorama, das man am liebsten einrahmen würde. Diese Passagen fühlen sich nicht wie Leerlauf an, sondern wie ein stilles Staunen: Schaut her. Wir haben das gemacht. Ist es nicht wunderschön? Und man kann nicht anders, als zuzustimmen. Auch die Charakteranimationen verdienen besondere Erwähnung: Lana und Mui bewegen sich mit einer Leichtigkeit und Kindlichkeit, die sofort Sympathie erzeugt, während die Kamera in aufregenden Verfolgungssequenzen dynamisch ein- und auszoomt und ein echtes Gefühl von Gefahr und Staunen erzeugt.

Das Spiel läuft auf allen Plattformen reibungslos. Besonders bemerkenswert: Auf dem Steam Deck performt Planet of Lana 2 ohne jegliche Probleme oder Einbrüche. Wer es also auch unterwegs genießen möchte, ist gut bedient.
Sound und Musik: Ein Soundtrack, der unter die Haut geht
Wenn man über die audiovisuelle Gesamtpackage spricht, dann kommt man an Komponist Takeshi Furukawa nicht vorbei. Sein Soundtrack zu Planet of Lana 2 ist schlicht großartig. Ein vollständig orchestriertes Werk, das organische Science-Fiction-Klänge mit emotionalen Melodiebögen verbindet. Wer ein Faible für Filmmusik hat, wird die Qualität sofort einordnen können: Dieser Score würde in einem großen Kinofilm keine Sekunde fehl am Platz wirken.

Ergänzt wird der Soundtrack durch ein konsequent durchdachtes Sound-Design. Vogelrufe, das Rascheln des Windes, das metallische Knarzen von Maschinenbauteilen, die Laute der fremden Kreaturen: all das fügt sich zu einer Klanglandschaft zusammen, die den fremden Planeten zum Leben erweckt. Die Verbindung aus Musik und Sound ist einer der Hauptgründe, warum die Welt von Planet of Lana trotz ihrer Fremdartigkeit so unmittelbar wirkt. Die Atmosphäre ist unglaublich dicht und jederzeit greifbar. Einer von vielen Gründen dafür, warum die Zeit beim Zocken von Planet of Lana 2 wie im Flug vergeht.
Emotionaler Kern: Wenn Pixel einen zu Tränen rühren
Der stärkste Aspekt von Planet of Lana 2 ist vielleicht der, der am schwersten zu beschreiben ist: seine emotionale Wirkung. Das Spiel ist nicht lang. Wer sich Zeit lässt, ist in etwa vier bis fünf Stunden durch. Aber in dieser kurzen Spielzeit passiert mehr auf emotionaler Ebene als in manchen Rollenspielen mit zwanzigfacher Laufzeit.
Die Erzählung ist dunkler als im ersten Teil. Die Welt hat sich verändert, die Charaktere haben sich verändert, und der Plot wagt es, wirklich unangenehme Wendungen zu setzen. Besonders im letzten Drittel des Spiels gibt es Szenen, die einen unvorbereitet erwischen. Unerwartete Flashbacks, die der Geschichte plötzlich neue Dimensionen verleihen, und ruhige Momente, die durch ihre Schlichtheit mehr sagen als jede Zwischensequenz mit großem Budget es könnte. Zwei Szenen insbesondere haben die Augen mehr als einmal feucht werden lassen – und das bei einem Spiel, das ohne verständliche Sprache auskommt.

Das ist das eigentliche Kunststück von Wishfully: Empathie für Figuren zu erzeugen, die man technisch gesehen nicht versteht, und eine Geschichte zu erzählen, die trotz ihrer Kürze nachhallt. Wer sich auf diese Art Spiel einlässt, wird belohnt.
Planet of Lana 2 Test: Fazit
Planet of Lana 2 ist kein Spiel, das man nach dem Abspann bereut. Man ist höchstens traurig, dass es (schon) vorbei ist. Für mich persönlich ist es eines der besten Indie-Games, das ich in den letzten Jahren gespielt habe und hat das Recht, in einem Atemzug mit Meilensteinen wie Limbo oder Inside genannt zu werden.
Spielerisch gibt es zwar keine revolutionären Neuerungen gegenüber dem Vorgänger, doch was vorhanden ist, funktioniert besser als je zuvor und fügt sich perfekt in die emotionale Dramaturgie des Spiels ein.
Für Fans des ersten Teils ist der Kauf ein absolutes Muss. Aber auch wer Planet of Lana bisher nicht kannte, findet hier einen idealen Einstieg in eines der schönsten, stimmungsvollsten und emotional berührendsten Indie-Spiele der letzten Jahre. Ein cineastisches Kunstwerk, das beweist: Manchmal braucht es keine Worte.
The Review
Planet of Lana 2
Unglaublich atmosphärischer, packender Puzzle-Plattformer, der zu den besten Indie-Games der letzten Jahre gehört. Absolutes Pflichtprogramm.
PROS
- Emotionale Story
- Malerische Grafik
- Perfekt ausbalancierte Rätsel
- Fairer Schwierigkeitsgrad
- Epischer Soundtrack
CONS
- Kaum spielerische Neuerungen
- Überschaubarer Umfang




























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