Styx: Blades of Greed im Test: Kann das neue Schleichspiel überzeugen? Was sich der Goblin bei Metal Gear Solid abgeschaut hat und wo er eigene Wege geht, verrät dir der Test. Goblin Styx ist nach neun Jahren Wartezeit endlich da und liefert ein dicht designtes Stealth-Abenteuer mit Semi-Open-World, das die Serie auf ein neues Level hebt. Ob sich der Ausflug ins Open-World-Genre lohnt, zeigt dieser Test.
Inhalt
- 1 Was ist Styx: Blades of Greed?
- 2 Stealth trifft Semi-Open-World: Riesige Karten, vertikales Design
- 3 Neue Fähigkeiten und Metroidvania-Elemente
- 4 Das Schleichen: Kreativität auf höchstem Niveau
- 5 Styx: Blades of Greed: Gegner-Vielfalt und KI
- 6 Grafik und Atmosphäre von Blades of Greed
- 7 Styx: Blades of Greed Test: Fazit
- 8 Styx: Blades of Greed
Was ist Styx: Blades of Greed?
Styx: Blades of Greed ist der dritte Teil der Dark-Fantasy-Stealth-Reihe von Cyanide Studio, erschienen am 19. Februar 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X/S zum Preis von etwa 40 Euro. Wer die Vorgänger kennt, weiß: Styx ist kein Held. Er ist ein kleiner, grünhäutiger Goblin-Dieb mit einem großen Mundwerk und noch größeren Ambitionen, den eigentlich niemand wirklich mögen kann. Und doch funktioniert das Abenteuer. Nach dem Cliffhanger-Ende von Shards of Darkness geht es im nunmehr dritten Serienteil nahtlos weiter.
Die Story dreht sich diesmal um sogenannte Quartz-Kristalle. Magische Ressourcen, die von einer finsteren Organisation namens Inquisition gesammelt werden und die Welt zu zerstören drohen. Da Styx als einziges Wesen die Energie dieser Kristalle absorbieren und neutralisieren kann, ist er (ob er will oder nicht) der einzige, der die Katastrophe aufhalten kann.
Stealth trifft Semi-Open-World: Riesige Karten, vertikales Design
Das Größte und Auffälligste an Blades of Greed ist die neue, halboffene Weltstruktur. Statt klassischer Level gibt es drei riesige Karten, die vertikal so ausladend sind, dass sie selbst Blighttown aus Dark Souls alt aussehen lassen. Als ich das erste Mal die The Wall betrat, eine heruntergekommene, vertikal gestaltete Stadt, die in die Bögen eines gewaltigen Viadukts gebaut ist, verschlug es mir den Atem. Die dunklen Gassen, die Dachterrassen, die versteckten Kriechgänge: Die Möglichkeiten, hier kreativ zu werden, sind unendlich.

Das vertikale Leveldesign von Styx: Blades of Greed erinnert mich teilweise stark an Dishonored. Und das ist absolut positiv zu verstehen.
Die drei Hauptkarten sind:
- The Wall – ein dichtes, urbanes Fantasy-Slum mit Zeppelin-Docks, Marktständen und mehrstöckigen Festungen
- Turquoise Dawn – ein sumpfiges Dschungel-Gebiet mit riesigen Bäumen und hölzernen Festungen, in dem Orcs und die Inquisition aufeinanderprallen
- Die Ruinen von Akenash – eine nostalgische Rückkehr zum Schauplatz des ersten Teils, jetzt in Trümmern, mit linearen Schleich-Passagen tief im Inneren

Das wabenartig aufgebaute Design der Karten ist dabei der eigentliche Star. Als mich einmal ein Wächter entdeckte, konnte ich durch einen Kamin entkommen, ein Seil hinabklettern, durch ein Fenster springen und den Verfolger von hinten ausschalten. Die Möglichkeiten, die einem das Spiel an die Hand gibt, sind nahezu endlos.
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Neue Fähigkeiten und Metroidvania-Elemente
Nach neun Jahren hat sich Styx spielerisch stark weiterentwickelt. Schon zu Spielbeginn von Styx: Blades of Greed verfügt er über Double Jump, Wandlauf und schnelles Seitwärtsbewegen. Fähigkeiten, die in den Vorgängern fehlten. Im Verlauf des Spiels kommen ein Greifhaken und beispielsweise ein Fallschirm hinzu, mit dem man Windsäulen als Aufzüge nutzen oder Stürze abfedern kann. Der Anti-Held entwickelt sich also ständig weiter, was neue Spielmechaniken eröffnet.

Diese Metroidvania-Mechanik ist wirklich gelungen: Wenn man mit dem Greifhaken in eine bereits besuchte Zone zurückkehrt und plötzlich Wege entdeckt, die vorher unerreichbar schienen, entsteht ein echtes Erfolgserlebnis. Hinzu kommen die bekannten Skills wie:
- Temporäre Unsichtbarkeit (Unsichtbarkeits-Cloak)
- Feindbeschwörung/Possession
- Klon-Dekoy – um Wachen abzulenken oder in die Irre zu führen
- Zeitverlangsamung
- Offensivere Upgrades für einen aggressiveren Spielstil
Das leichte RPG-System von Styx: Blades of Greed fordert dabei echte Entscheidungen: Will ich lautlos durch die Schatten gleiten oder gelegentlich auf direkte Konfrontation setzen? Als jemand, der klaren Stealth bevorzugt, war die Unsichtbarkeit meine beste Freundin. Aber die schiere Vielfalt der Möglichkeiten macht jede Situation einzigartig.
Das Schleichen: Kreativität auf höchstem Niveau
Was Styx: Blades of Greed so besonders macht, ist die schiere Anzahl an Möglichkeiten, jede Situation zu lösen. In einem Raum mit zu vielen Wachen hatte ich gleichzeitig folgende Optionen: vergiftetes Essen platzieren, unsichtbar über den Tisch schleichen, eine leere Flasche als Ablenkung werfen, eine Feuerstelle mit Gallenspucke löschen und durch den Kamin fliehen. Das ist kein Zufall, sondern wirklich gelungenes Level-Design.
In den Hauptmissionen geht es meist darum, mehrere Quartz-Kristalle in einem Gebiet aufzuspüren. Was zunächst repetitiv klingt, funktioniert in der Praxis gut, weil jede Suche durch Rätsel und kreative Hindernisse zu einer eigenen Mini-Stealth-Geschichte wird.

Das Schnellspeichern ist jederzeit per Knopfdruck möglich. Ein Segen für Experimentierfreudige, die neue Ansätze ausprobieren möchten, ohne Fortschritt zu verlieren.
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Styx: Blades of Greed: Gegner-Vielfalt und KI
In Styx: Blades of Greed bekommt es der Goblin mit zahlreichen Widersachern zu tun. Das Positive: Die Feinde sind deutlich vielseitiger als noch in den Vorgängern. Neben normalen Wachen der Inquisition gibt es:
- Schwer gepanzerte Elitekrieger, die klassische Schleichrouten blockieren
- Rieseninsekten mit extrem feinem Gehör
- Hundartige Bestien, die beim Annähern explodieren
- Giftige Pflanzen, die dreiviertel der Lebensenergie wegfressen können

Das funktioniert aber leider nicht immer gut. Denn die KI ist gegenüber den Vorgängern zwar deutlich verbessert worden, dennoch agieren die Kontrahenten im Spielverlauf weitestgehend zu vorhersehbar. Die Muster, wie Wachen bei der Suche nach dir vorgehen, ist absolut durchschaubar. Man weiß genau, dass Gegner in den Schrak oder die Truhe schauen werden, in denen man sich verstecken könnte.
Was eben diese Verstecke quasi nutzlos macht. Ein bisschen mehr Unberechenbarkeit wäre schön gewesen.
Grafik und Atmosphäre von Blades of Greed
Optisch ist Styx: Blades of Greed überraschend beeindruckend, zumindest für einen AA-Titel ohne das ganz große Budget eines Assassin’s Creed Shadows. Ich habe den Titel auf dem PC gespielt, wo das Game selbst auf mittleren Settings eine stimmige Optik abliefert.
Das Spiel trifft einen düsteren 80er-Fantasy-Ton, der an Klassiker wie The Dark Crystal erinnert. Die Welt fühlt sich lebendig und authentisch an: Orks kämpfen für ihre Heimat, die Inquisition verfolgt ihre finsteren Pläne, und Styx steckt mittendrin, wie immer allein.

Die Begleiter-Gruppe, die sich im Spielverlauf um Styx schart, verleiht dem Ganzen eine Dragon-Age-ähnliche Wärme. Von dem charismatischen Elfen Djarak bis zu Zwergen- und Ork-Gefährten.
Doch es gibt ein Problem: Leider ist die technische Umsetzung von Blades of Greed auf dem PC nicht fehlerfrei. Ich erlebte während des Tests mehrere Abstürze, auch wenn das dank des häufigen Speichersystems nicht allzu schmerzhaft war. Hinzu kommen kleinere Bugs:
- Schlüssel, die sich manchmal nicht aufheben lassen
- Gelegentlich unsichtbar blockierte Durchgänge
- Ein Schnellspeicher, der nicht zu 100% zuverlässig funktioniert
- Ein leichtes Unschärfe-Problem in manchen Bereichen, das sich nicht vollständig beheben lässt

Hinzu kommen nicht selten teils herbe Framedrops und das selbst auf meiner RTX 4080 SUPER. Komischerweise treten die eher in engen Arealen auf, während die offene Spielwelt in Außenbereichen seltener mit Rucklern zu kämpfen hat.
Styx: Blades of Greed Test: Fazit
Styx: Blades of Greed ist nach neun Jahren Wartezeit ein gelungener Neustart für die Serie. Cyanide Studio hat den Sprung ins Open-World-Format gewagt und dabei das Wesentliche nicht vergessen: brillantes, kreatives Schleichen in vertikal ausufernden, dicht gestalteten Welten. Und genau hier spielt das Stealth-Game seine größten Stärken aus, weil das Gameplay-Konstrukt einfach gut funktioniert.
Wer diese Vertikalität bereits bei Dishonored geschätzt hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Und wer Spiele wie Metal Gear Solid 5 oder Hitman liebt, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Die technischen Schwächen sind ärgerlich, aber kein Dealbreaker. Am Ende ist Styx: Blades of Greed eines der besten Stealth-Spiele seit Jahren. Nicht perfekt, aber dreckig, rau und intensiv – genau wie seine Hauptfigur.
The Review
Styx: Blades of Greed
Raues, düsteres Stealth-Action-Game mit halboffener Welt, das trotz seiner Kanten mit motivierendem Gameplay und Abwechslung punktet.
PROS
- Gelungenes Gameplay
- Viel Abwechslung
- Überzeugender Open-World-Ansatz
- Gute Grafik
- Viele Upgrade-Möglichkeiten
CONS
- Enttäuschende KI
- Lahme Story
- PC-Version mit technischen Problemen























