Screamer entpuppt sich im Test als eines der coolsten Arcade-Rennspiele 2026. Milestone ist vor allem für realitätsnahe Rennspiele wie MotoGP oder RIDE bekannt. Mit Titeln wie Hot Wheels Unleashed hat das italienische Studio aber bewiesen, dass es auch jenseits der Simulation sein Handwerk versteht. Mit Screamer geht das Team nun noch einen Schritt weiter und liefert eines der spannendsten Arcade-Rennspiele der letzten Jahre: Drift-Gameplay mit einer Spur Ridge Racer, Takedowns wie in Burnout und eine Anime-Ästhetik als Hommage an die legendären Anime und Videospiele der 80er und 90er Jahre. Das funktioniert erstaunlich gut.
| Titel | Screamer (offizielle Website) |
| Release | 26. März 2026 |
| Entwickler | Milestone |
| Publisher | Milestone |
| Genre | Arcade-Rennspiel |
| Plattformen | PC; PlayStation 5; Xbox Series X/S |
| Anzahl Spieler | 1 |
| Preis | 69,99 Euro |
Inhalt
Story & Charaktere: Ein Anime zum selber spielen
Was Screamer von nahezu jedem anderen Rennspiel unterscheidet, ist der klare Fokus auf Erzählung. Die Kampagne heißt „Das Turnier“ und greift die Prämisse eines King-of-Fighters-Wettbewerbs auf: Fünf Teams aus jeweils drei Charakteren (die Green Reapers, Strike Force Romanda, Jupiter Stormers, Anaconda Corp. und Kagawa-Kai) treten gegeneinander an.
Man steuert das Dreigespann der Green Reapers, das eigentlich als Banshees bekannt ist und undercover antritt: Anführer Hiroshi, begleitet von der lauten und direkt-witzigen Róisín sowie dem französischsprachigen Frederic. Besonders cool: Jede Figur spricht in der Sprache, die ihrer Nationalität entspricht. Deutsch, Englisch, Hindi oder Französisch. Die Verständigung klappt dank eines futuristischen Übersetzer-Implantats im Kopf, das sogar die Aussagen eines Hundes in Echtzeit übersetzt. Klingt schräg, passt aber perfekt zum Ton des Spiels.

Die Geschichte wird über mehr als 30 Minuten Anime-Zwischensequenzen erzählt, produziert vom renommierten japanischen Studio Polygon Pictures, die die 24 Kapitel der Story-Kampagne in einen stimmigen Rahmen packen. Die Anime-Cyberpunk-Optik funktioniert in der Praxis ausgesprochen gut und verleiht dem Spiel eine einzigartige Ästhetik im Rennspiel-Genre.
Der Knackpunkt: Jedes Story-Kapitel setzt sich aus mehreren Minuten Zwischensequenzen, noch längeren Textblock-Passagen und lediglich einem Rennen zusammen, das in zwei bis drei Minuten abgehandelt ist. So will einfach kein wirklicher Spielfluss entstehen. Wer Screamer wegen des reinen Fahrens kauft, muss anfangs deutlich Geduld mitbringen. Oder auf die anderen Spielmodi ausweichen.
Twin-Stick-Steuerung: Frischer Wind im Rennspiel-Genre
Die mutigste Design-Entscheidung in Screamer ist das Steuerungskonzept. Screamer setzt auf ein Twin-Stick-System: Mit dem linken Stick wird gesteuert, mit dem rechten gedriftet. Wer beide Sticks gekonnt miteinander kombiniert, erreicht mit aggressiven Powerslides und coolen Drifts einen unglaublichen Flow.

Statt wie gewohnt die Handbremse mit dem Lenkeinschlag zu verbinden, driftet man in Screamer intuitiv mit dem rechten Stick. Das erfordert etwas Eingewöhnung, aber nach ein paar Rennen fühlt sich das Anbremsen von Kurven richtig gut an. Vor allem ein perfekter Drift durch eine langgezogene Kehre lässt wohlige Erinnerungen an Genre-Klassiker wie Ridge Racer aufkommen. Nur, dass es sich aufgrund der Steuerung frisch und innovativ anfühlt. Und auch noch echt gut funktioniert.
Zusätzlich zum Driften kombiniert man Gaspedal, Bremse, Schaltung, Boosts und Spezialfähigkeiten gleichzeitig. Das mündet in einem äußerst komplexen Gameplay-Konstrukt, das Screamer von vielen anderen Arcade-Racern abhebt und das in der Praxis außerordentlich gut funktioniert. Zumindest, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat-
Das ECHO-System von Screamer: Fighting Game trifft Rennspiel
Das eigentliche Herzstück von Screamer ist das ECHO-System. Es kombiniert einen Fighting-Game-Meter mit einem Arcade-Racer auf eine Art, die überraschend gut funktioniert. Wenngleich es zweifellos etwas Zeit braucht, um es vollständig zu verinnerlichen.

Für erfolgreiche Drifts, das Hochschalten im perfekten Moment und über Zeit sammelt man Energie, die sich dann für vier verschiedene Fähigkeiten nutzen lässt: Boost verleiht einen massiven Geschwindigkeitsschub, der sich durch ein perfektes Quick-Time-Event im gelben Bereich nochmals verlängern lässt. Strike ist ein kurzer Schub, mit dem man Gegner von der Strecke pusten kann. Shield bietet Schutz vor eingehenden Angriffen. Und der Overdrive macht einen zur rasenden Abrissbirne auf der Strecke. Aber wer im Overdrive die Leitplanke küsst, schaltet sich kurzerhand selbst aus.

Grundsätzlich funktioniert das System zweigeteilt: Die linke Seite steuert Schaltung und Boost, die rechte Seite baut Schild und Strike auf. Das schafft ein echtes Risiko-Belohnungs-Verhältnis, das Screamer von anderen Arcade-Racern abhebt. Mit den Takedowns erinnert das Spiel mitunter stark an die Burnout-Games.
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Motivierende Rennen: Schnell, direkt und taktisch
Wenn Screamer richtig in Fahrt kommt, ist es ein echtes Vergnügen. Mit bis zu 300 km/h durch neonbeleuchtete Stadtschluchten zu heizen, während der Elektro-Soundtrack aus den Boxen drückt und das ECHO-System im Hintergrund tickt. Das hat einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Das Handling der Fahrzeuge ist präzise und direkt genug, um auch Neueinsteiger ins Genre nicht sofort zu verlieren. Gleichzeitig steckt hinter der Fassade genug Komplexität, dass erfahrene Spieler immer etwas zu optimieren finden. Screamer versucht dabei bewusst nicht, das Rad neu zu erfinden. sondern pickt sich die besten Elemente aus bekannten Genreklassikern heraus.

Auch die Aufgaben im Story-Modus fallen angenehm abwechslungsreich aus: Klassische Rennen, Team-Events, Zielzeit-Challenges und Takedown-Aufträge wechseln sich sinnvoll ab. Wer die Kampagne hinter sich gelassen hat, findet im klassischen Arcade-Modus weitere Beschäftigung. Multiplayer-seitig sind bis zu vier Spieler im lokalen Splitscreen möglich, online wartet die „Screamer Mixtape“-Playlist für schnelle Matches sowie private Lobbys. Ein Ranked-Modus für Team Races soll kurz nach Launch folgen.
Grafik und Sound von Screamer
Visuell macht Screamer eine starke Figur. Die Cyberpunk-Anime-Ästhetik ist konsequent durchgezogen, die Umgebungen sehen sauber aus, und die Fahrzeugmodelle haben Charakter. Besonders die Spezialeffekte überzeugen: Blitze, Suchscheinwerfer, Explosionen bei Takedowns. Alles stimmig, alles flüssig. Der wuchtige Electro-Soundtrack treibt das Geschehen gekonnt an und passt perfekt zur Gesamtatmosphäre.

Einen echten Wermutstropfen gibt es aber: Alle Fahrzeuge fahren sich identisch. Tempo, Beschleunigung, Handling. Keine Unterschiede, egal welches Auto man wählt. Jeder Charakter bringt zwar eine eigene Overdrive-Fähigkeit mit, aber wer auf unterschiedliche Fahrgefühle hofft, wird enttäuscht.
Auch die Garage enttäuscht: Anpassungen sind ausschließlich kosmetischer Natur. Neue Motorhaube, andere Frontschürze, mehr gibt es nicht. Für ein Spiel, das so viel Tiefe in seinen Fahrmechaniken versteckt, ist das eine verpasste Chance.
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Screamer Test: Fazit
Screamer ist ein Spiel, das man anfangs unterschätzt und am Ende nicht mehr weglegen will. Es verlangt Geduld bei der Einarbeitung, belohnt diese aber mit einem Gameplay-System, das in dieser Form noch kein Rennspiel vor ihm hatte. Das ECHO-System, die Twin-Stick-Steuerung und die Anime-Kampagne ergeben zusammen ein Gesamtpaket, das sich erfrischend anders anfühlt als alles, was der Rennspiel-Markt gerade sonst zu bieten hat.
Aber Screamer ist auch nicht perfekt: Das Pacing der Kampagne nervt, die identischen Fahrzeugwerte sind eine Enttäuschung und wer sofortige Zugänglichkeit erwartet, muss erst durch eine steile Lernkurve. Aber unterm Strich ist Screamer eines der mutigsten und spaßigsten Rennspiele der letzten Jahre und definitiv einen Blick wert.
The Review
Screamer
Packendes Gameplay, coole Inszenierung, frische Ideen: Screamer ist eines der spaßigsten Arcade-Rennspiele der letzten Jahre. Die Story bleibt aber blass, die Lernkurve ist steil und Tuning-Optionen fehlen leider.
PROS
- Starkes Arcade-Gameplay
- Coole Twin-Stick-Steuerung
- Taktisches ECHO-System
- Stimmige Anime-Inszenierung
- Abwechslungsreiche Modi
CONS
- Story bleibt blass
- Karriere mit Pacing-Problemen
- Alle Fahrzeuge mit identischen Fahreigenschaften
- Kein echtes Tuning
- Strecken-Varianten gleichen sich zu stark

























